Ick bin een Berlina – 25 Jahre Mauerfall

Ja, und ich bin wirklich eine waschechte Berlinerin, eine Ost-Berlinerin. Hier geboren und hier aufgewachsen und dieser wunderbaren Stadt niemals den Rücken gekehrt. Das macht mich irgendwie stolz!

Unfassbar, 25 Jahre ist es nun schon her, dass die Berliner Mauer fiel. Ich war damals 14 Jahre alt und kann mich an diesen Tag mit all seinen Einzelheiten genau erinnern. Mit meiner gesamten Schulklasse stand ich damals in der Strassenbahn auf dem Heimweg vom PA-Unterricht (Produktive Arbeit – Wir montierten bei Autotrans Berlin Vergaser für das Parademotorrad ETZ 250. Kein Witz!), als uns eine ältere Dame fragte, „…wie wir es denn finden, dass die Mauer jetzt auf ist…“. Wir kuckten uns alle verdutzt an und uns war klar, das „die Alte“ wohl verrückt sein muss. Keiner nahm sie ernst.

Als ich nach Hause kam, sass meine Mama gebannt vor dem Fernseher und schaute die uns allseits bekannten Bilder, wie Menschen auf der Berliner Mauer am Brandenburger Tor standen, wie Trabis über die Brücke der Bornholmer Strasse fuhren, wie sich Menschen nachts an der Grenze in den Armen lagen…ihr liefen Tränen übers Gesicht und sie stammelte: „Die Mauer ist auf. Papa kommt jetzt eher von der Arbeit und Anja (meine ältere Schwester) ist auch gleich hier, dann fahren wir auf den Ku`damm.“

Auf dem Ku`damm? Wahnsinn! Den Ku`damm kannte ich natürlich nur vom Hörensagen und von Bildern und er war für mich bis dato unerreichbar.

Mit meiner Familie stand ich dann mehrere Stunden am Grenzübergang Bornholmer Strasse an. Es war eine riesige Party! Hunderte Menschen im Freundentaumel. Viele tranken Rotkäppchen-Sekt, ich fand das lustig. Es war an diesem Tag bitterkalt und ich hatte eisige Hände und Füße, aber das war sowas von egal.

Endlich waren wir dran und durften uns DEN Stempel holen und über die Bornholmer Brücke laufen. Links und rechts der Brücke applaudierten uns Menschen. Ich weiss noch, dass mir das unangenehm war. Irgendwie peinlich so beklatscht zu werden. Zumindest wenn man ein pubertierendes Mädchen ist.

Busse brachten uns dann zum U-Bahnhof Osloer Strasse. Und da stand ich dann auf dem Bahnsteig und sah meinen ersten West-Zeitungskiosk. Das fand ich damals so faszinierend, dass dieser Kiosk von oben bis unten mit bunten Magazinen und Süßigkeiten regelrecht zutapeziert war, dass man den Verkäufer von aussen gar nicht sehen konnte. Meine Augen waren zu diesem Zeitpunkt schon überfordert und am Ku`damm wurde es natürlich nicht besser… aber mittlerweile haben sich meine Augen an diesen Konsum gewöhnt 😉

Ich habe Ostberlin und den Osten noch bewusst miterlebt und denke, mit kindlichem Gemüt, oft daran zurück. Es war nicht alles schlecht. Ich hatte eine schöne Kindheit und hin und wieder gab es auch Bananen.

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